Ich war gestern im Karlstorbahnhof Heidelberg bei J Rawls und dem Liquid Chrystal Project. Für läppische 10 Euro gabs da richtig gute Live-Musik: Mit Drums, Keys, Sax und DJ und vor allem einer sehr coolen Ausstrahlung sorgten die Jungs um den Beatmaker mit Hang zum Jazz für einen super Abend.
Die Keyboards (Yamaha Motif und Mirokorg, also nichts Spektakuläres) übernahmen dabei auch die Bass-Parts: kein leichter Job, den der Keyboard-man aber entspannt meisterte. Persönlich steh ich nicht so auf den Motif-Rhodes-Sound, da ist ein echtes Rhodes einfach nochmal eine andere Liga – andererseits kann man damit schlecht den Bass-Part übernehmen.
Der Drummer hat mir auch gut gefallen. Bedenkt man, dass sich die Jungs auch als Jazzprojekt verstehen, hat er ziemlich feste auf die Drums eingedroschen, was aber gut gepasst hat – sehr straightes Schlagzeugspiel halt. Bei einigen Songs kamen von J Rawls an den Turntables auch Beat-Fragmente, was für den Drummer kein Problem war – und das ohne Kopfhörer! Sehr sympathisch, denn ich hasse Drummer mit Kopfhörern auf!
Für eine schöne Show hat auch besonders der Frontmann und Saxophonist gesorgt. Sein Saxophonspiel war zwar nicht spektakulär, aber on point. Und er hat einfach eine sehr gute Bühnenpräsenz gehabt und das Publikum gerockt.
Insgesamt wars ein schlüssiges Konzept: Eigene Songs, hier und da ein Rap-Classic gecovert, vier Jungs auf der Bühne, die Live-Musik machen und tierisch Spaß daran haben und sogar ihre Instrumente gut beherrschen – besonders in dem kleinen Rahmen des Club K im Karlstorbahnhof kam das voll rüber. Mehr solche Konzerte (und ein paar mehr Besucher!) bitte.